Digitale Steinzeit: Warum Deutschland im Jahr 2025 noch Faxgeräte liebt – Gründe, Folgen und Perspektiven

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Während Tech-Giganten im Silicon Valley schon wieder die nächste digitale Revolution lostreten, hörst du in deutschen Büros weiterhin das vertraute Quietschen und Piepen von Faxgeräten. Es wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, oder?

Ein deutscher Büroangestellter bedient im Jahr 2025 ein Faxgerät an einem Schreibtisch mit modernen Geräten in einem hellen Büro.

77 Prozent aller deutschen Unternehmen nutzen im Jahr 2025 noch immer regelmäßig Faxgeräte. Diese Zahl ist ehrlich gesagt ziemlich verrückt. Während andere Länder längst auf moderne Kommunikationswege setzen, bleibt das Fax hier einfach Teil des Alltags.

Die Gründe? Die sind echt vielfältig – von bürokratischen Hürden bis zu tiefsitzenden Gewohnheiten. Irgendwie hat sich aus dieser veralteten Technik eine deutsche Eigenart entwickelt. Und wie kommt man da eigentlich wieder raus?

Wie Faxgeräte zur deutschen Identität wurden

Geschäftsleute in einem modernen Büro nutzen Faxgeräte neben Computern.

In Deutschland hat sich das Fax von einem einfachen Kommunikationsmittel zu einem kulturellen Symbol gemausert. Die Deutsche Bundespost trieb diese Entwicklung kräftig voran, während Bitkom heute die dauerhafte Nutzung festhält.

Geschichte des Faxgeräts in Deutschland

Die Deutsche Bundespost brachte den Faxdienst in den 1970er Jahren auf breiter Fläche an den Start. Sie stellte sicher, dass Faxgeräte in deutschen Büros und Behörden Standard wurden.

Durch ihre Monopolstellung entstand eine einheitliche Infrastruktur. In den 1980er und 1990er Jahren boomte das Fax. Fast jedes Unternehmen hatte mindestens ein Gerät.

Damals galt die Technologie als modern und verlässlich. Nach der Privatisierung der Telekommunikation blieb das Fax trotzdem fest verankert. Unternehmen und Behörden hielten an der Technik fest – das unterscheidet Deutschland bis heute von vielen anderen Ländern.

Die Rolle der Deutschen Bundespost und Bitkom

Die Deutsche Bundespost legte das Fundament für Deutschlands Fax-Kultur. Sie investierte ordentlich in die Infrastruktur und machte Werbung für die Nutzung. Ihre Beamten zeigten Unternehmen, wie das neue Gerät funktioniert.

Der Digitalverband Bitkom hält heute die Fax-Nutzung in Zahlen fest. Laut Bitkom nutzen 82 Prozent der deutschen Unternehmen immer noch Faxgeräte. Das zeigt, wie tief diese Technik verwurzelt ist.

Bitkom veröffentlicht regelmäßig Studien zur Digitalisierung. Die Organisation stellt fest: Deutschland hinkt beim Fax-Abschied deutlich hinterher.

Faxgeräte als Symbol für Verlässlichkeit

Viele Deutsche sehen im Fax ein verlässliches Kommunikationsmittel. Es funktioniert ohne Internet oder komplizierte Software. Wenn der Strom ausfällt, laufen analoge Faxgeräte weiter.

Das Fax steht für Sicherheit und Beständigkeit. Die Technik hat Jahrzehnte überlebt. Sie gilt als bewährt und vertrauenswürdig.

Vor allem in kritischen Bereichen setzen die Leute aufs Fax:

  • Notfallkommunikation in Kliniken
  • Rechtsdokumente in Kanzleien
  • Behördliche Kommunikation

Kultstatus und Nostalgie um das Fax

Das Faxgerät hat in Deutschland mittlerweile Kultstatus. Jüngere Leute kennen das typische Piepen und Rauschen vielleicht nur noch aus Filmen. Ältere erinnern sich noch an die ersten erfolgreichen Übertragungen.

Die Medien berichten regelmäßig über die „Fax-Liebe“ der Deutschen. Diese Geschichten verstärken die kulturelle Bedeutung. Das Fax steht irgendwie für deutsche Eigenarten.

Nostalgie spielt hier echt mit rein. Viele empfinden das Fax als authentisch und bodenständig. Es wirkt wie ein Gegenpol zur hektischen Digitalisierung. Vielleicht erklärt das, warum so viele weiter daran festhalten – trotz moderner Alternativen.

Warum Deutschland 2025 immer noch faxt

Ein Büro mit einem Mitarbeiter, der an einem Faxgerät arbeitet, umgeben von moderner Computertechnik.

Deutschland hält aus rechtlichen Gründen, wegen bürokratischer Strukturen und aus Sicherheitsbedenken am Faxgerät fest. Besonders in Behörden, der Justiz und bei der Kommunikation zwischen Unternehmen und Ämtern findest du diese alte Technik noch überall.

Rechtliche Gründe für die Nutzung von Faxen

Manchmal bleibt Behörden einfach nichts anderes übrig. Sie sind gesetzlich verpflichtet, Faxe zu akzeptieren. Die Justiz muss Telefaxen aus rechtlichen Gründen empfangen.

Bundesrechtliche Vorgaben in den Verfahrensordnungen schreiben das vor. Der Bundesgerichtshof entschied, dass Faxen die Schriftformerfordernisse erfüllen.

Gerichte, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsanstalten besitzen mindestens ein Faxgerät. Anwälte und Notare verschicken Faxe für eilige Beschlüsse und Urteile.

Polizei und Rettungsdienste brauchen Notruf-Faxe für gehörlose Menschen. Diese rechtliche Lage macht eine komplette Abschaffung praktisch unmöglich.

Bürokratie und der öffentliche Sektor

Deutsche Ämter und Behörden halten am Faxgerät fest, als hinge ihr Leben davon ab. In Niedersachsen betreiben Landesbehörden rund 2.000 Fax-Anschlüsse. Bremen nutzt immerhin noch 250 Stück.

Warum Behörden weiter faxen:

  • Service für Bürger, die darauf bestehen
  • Kommunikation mit Banken und Krankenkassen
  • Ausweichlösung bei Cyberangriffen

Bayern plant als erstes Bundesland die Fax-Abschaffung. Die interne Behördenkommunikation soll bis Mitte der Legislaturperiode digital laufen. Für Bürger bleibt das Fax trotzdem weiter möglich.

Das niedersächsische Innenministerium sagt: „Eine vollständige Abschaffung ist nicht geplant, solange sie in der Wirtschaft noch Relevanz hat.“

Kommunikation mit Behörden und Unternehmen

Du erlebst es sicher selbst: Unternehmen und Behörden kommen ohne einander nicht aus. 77 Prozent der Firmen nutzen noch Faxgeräte. Jedes vierte Unternehmen verwendet sie ziemlich oft.

Ärzte, Handwerksbetriebe und Banken erwarten, dass sie Behörden per Fax erreichen können. Juristische Dokumente mit Unterschriften lassen sich per Fax oft einfacher verschicken als mit einer elektronischen Signatur.

Der Unternehmerverband Niedersachsen meint: „Wenn Unternehmen Behörden Faxe schicken, dann weil es von den Behörden noch vorgegeben wird.“ Die Wirtschaft fordert schon lange die Digitalisierung der Verwaltungsakten.

Meterweise Papierakten in mehrfacher Ausfertigung kosten Zeit und Nerven. Trotzdem bleibt das Fax Pflicht, weil viele Ämter keine Alternative bieten.

Fax vs. E-Mail: Sicherheits- und Effizienzargumente

Beim Fax bekommst du eine Übermittlungsbestätigung, die E-Mails einfach nicht bieten. Herkömmliche E-Mails reichen für rechtssichere Kommunikation mit Behörden nicht aus.

Vorteile des Faxes:

  • Rechtssichere Übertragung
  • Automatische Sendebestätigung
  • Funktioniert auch bei Stromausfällen
  • Backup bei Cyberangriffen

Faxgeräte dienen als Notfall-Kommunikationsweg, wenn gar nichts mehr geht. Analoge Telefonleitungen laufen weiter, wenn Computersysteme streiken.

Trotzdem ist Fax-Technik aus den Siebzigern nicht mehr zeitgemäß. Sie ist nicht KI-fähig und blockiert die digitale Transformation. E-Mails sind schneller und umweltfreundlicher.

Das niedersächsische Landesamt für Bergbau hat Faxe komplett abgeschafft: „Das Fax ist eine Technik aus den Siebzigerjahren. Wir brauchen es nicht mehr.“

Digitalisierung und die Hemmnisse der digitalen Transformation

Deutsche Unternehmen kämpfen mit strukturellen Barrieren, kulturellem Widerstand und jeder Menge Bürokratie, die den digitalen Wandel ausbremst. Im internationalen Vergleich fällt auf: Die Unterschiede in der Innovationsgeschwindigkeit sind enorm.

Schleppende Digitalisierung und ihre Ursachen

58% der deutschen Unternehmen tun sich laut Bitkom-Studie schwer mit der Digitalisierung. Die Hauptgründe liegen in alten IT-Strukturen und fehlender technischer Infrastruktur.

Fachkräftemangel macht es nicht leichter. IT-Spezialisten sind rar, und Unternehmen brauchen dringend digitale Kompetenzen. Besonders im Mittelstand fehlen oft die Mittel für Weiterbildungen.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig stabile Breitbandverbindungen sind. Viele Unternehmen merkten zu spät, dass ihre digitale Kommunikation nicht ausreicht. Datenschutzauflagen machen die schnelle Einführung neuer Technik noch schwieriger.

Finanzielle Hürden kommen dazu:

  • Hohe Anfangsinvestitionen in neue Systeme
  • Unklare Berechnungen zum Return-on-Investment
  • Risiko von Investitionsstaus bei Verzögerungen

Kulturelle Faktoren und Wandel im Mittelstand

Im Mittelstand bremst eine risikoaverse Unternehmenskultur Innovation oft aus. Traditionelle Geschäftsmodelle genießen mehr Vertrauen als neue Ansätze.

99,4% aller deutschen Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen. Diese KMU brauchen dringend einen digitalen Wandel, um die Wirtschaft nach vorn zu bringen.

Kulturelle Widerstände stehen dem im Weg. Viele Mitarbeiter fürchten Jobverluste durch Automatisierung. Fehlende digitale Kompetenzen verstärken diese Sorgen.

Führungskräfte scheuen radikale Veränderungen. Der Generationswechsel bringt aber neue Impulse. Jüngere Unternehmer sind digitalen Technologien gegenüber offener.

Man sollte diese Dynamik nutzen, um den kulturellen Wandel endlich voranzutreiben.

Vergleich: Deutschland, Silicon Valley und internationale Tech-Hubs

Silicon Valley zeigt ziemlich deutlich, wie Start-ups von einem innovationsfreundlichen Umfeld profitieren. Dort fließt Risikokapital viel leichter als in Deutschland.

In deutschen Tech-Hubs wie Berlin oder München holen Gründer zwar auf, doch sie erreichen noch nicht das internationale Niveau. Acceleratoren und Inkubatoren entstehen, aber sie kommen einfach nicht an die Schlagkraft ihrer US-Pendants heran.

Die Unterschiede springen ins Auge:

BereichDeutschlandSilicon Valley
RisikokapitalVorsichtig, bankenlastigAggressiv, VC-finanziert
ScheiternStigmatisiertLernchance
BürokratieKomplex, zeitaufwändigSchlanker, schneller
TalentpoolFachkräftemangelGlobale Anziehung

Wer hier mithalten will, muss mutig neue Wege gehen. Deutschland punktet bei Spitzentechnologien wie Halbleitern, aber bei digitalen Geschäftsmodellen fällt das Land leider zurück.

Politische und staatliche Förderprogramme

Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit der Digitalen Strategie 2025 wichtige Weichen gestellt. Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene sollen die Digitalisierung voranbringen.

Politiker wie Fabian Mehring fordern mutige Reformen. Trotzdem bleibt die Umsetzung oft langsam und bürokratisch.

Viele kämpfen sich durch komplizierte Antragsverfahren, bevor überhaupt Fördergelder fließen. Das nervt und kostet Zeit.

Bei der digitalen Transformation der Verwaltung sieht man immerhin positive Entwicklungen. E-Government-Initiativen sollen bürokratische Hürden abbauen.

Die Digitalisierung öffentlicher Prozesse kommt aber nur langsam voran. Vieles bleibt Stückwerk.

Quantencomputing-Investitionen zeigen, dass Deutschland bei Zukunftstechnologien Potenzial hat. Staatliche Forschungsförderungen helfen in strategisch wichtigen Bereichen.

Allerdings fehlt oft der direkte Draht zwischen Forschung und praktischer Anwendung im Mittelstand.

Blick nach vorn: Wege raus aus der digitalen Steinzeit

Deutschland arbeitet schon an konkreten Lösungen für den digitalen Wandel. Start-ups bringen frische Ideen und ersetzen veraltete Systeme, während Bildungsinitiativen die nächste Generation fit für die digitale Zukunft machen.

Innovative Lösungsansätze deutscher Unternehmen

Deutsche Start-ups mischen die Geschäftskommunikation mit cloudbasierten Lösungen auf. Unternehmen wie sipgate bieten komplett digitale Telefonie-Systeme an, die das Faxgerät wirklich überflüssig machen.

Diese jungen Firmen setzen auf APIs und Schnittstellen. Sie verbinden alte Systeme mit neuen Technologien.

So gelingt der schrittweise Umstieg auf digitale Prozesse. Klingt einfach, ist aber oft ein langer Weg.

Besonders erfolgreiche Ansätze:

  • Cloud-basierte Dokumentenverwaltung
  • Digitale Signatur-Lösungen
  • Automatisierte Workflow-Systeme

Immer mehr Unternehmen interessieren sich für solche Innovationen. Viele Mittelständler investieren bereits in diese Technologien.

Der Druck durch internationale Konkurrenz sorgt dafür, dass der Wandel schneller vorangeht.

Digitale Bildungsinitiativen und Unternehmertum

Digitale Bildungsinitiativen bereiten Menschen auf die moderne Arbeitswelt vor. Programme wie die Digitalstrategie Rheinland-Pfalz bündeln viele Projekte zu einem großen Rahmenwerk.

Schulen bekommen moderne Ausstattung. Lehrkräfte erhalten spezielle Schulungen.

Diese Initiativen lehren nicht nur Basics wie Excel und Word. Sie vermitteln auch fortgeschrittene digitale Kompetenzen.

Wichtige Bildungsbereiche:

  • Dateimanagement und Betriebssysteme
  • Cloud-Anwendungen und Online-Kollaboration
  • Digitale Kommunikationswege
  • Cybersicherheit und Datenschutz

Universitäten entwickeln neue Lehrkonzepte mit digitalen Medien. Das verbessert die Ausbildung spürbar.

Absolventen verstehen moderne Technologien besser und wenden sie direkt im Beruf an.

Moderne Alternativen zum Faxgerät

Niemand braucht heute noch ein Faxgerät, oder? E-Mail mit verschlüsselten Anhängen bietet dieselbe Sicherheit, nur eben viel schneller.

Digitale Signatur-Dienste ersetzen handschriftliche Unterschriften rechtssicher. Anbieter wie DocuSign oder deutsche Alternativen wie eSignAnyWhere machen Papier-Dokumente im Grunde überflüssig.

Praktische Fax-Alternativen:

  • Sichere E-Mail-Systeme mit End-zu-End-Verschlüsselung
  • Cloud-Dokumentenportale für gemeinsame Bearbeitung
  • Mobile Apps für schnelle Dokumentenfreigabe
  • API-Integrationen in bestehende Geschäftssysteme

Mit diesen Lösungen sparen Unternehmen Zeit und Geld. Sie verbrauchen weniger Papier und können von überall arbeiten.

Viele deutsche Firmen setzen diese Systeme längst erfolgreich ein.

Forschung und Zukunft der Kommunikation

Forschungseinrichtungen tüfteln schon heute an der Kommunikation von morgen.

Das Leibniz Institut für Wissensmedien schaut sich an, wie digitale Medien das Lernen und Arbeiten beeinflussen.

Neurowissenschaftler fragen sich, wie Menschen mit neuen Technologien klarkommen. Sie liefern dadurch wertvolle Hinweise für benutzerfreundlichere Systeme.

Zukunftstechnologien in der Entwicklung:

  • KI-gestützte Dokumentenerkennung
  • Blockchain für sichere Datenübertragung
  • Voice-to-Text für barrierefreie Kommunikation
  • Automatisierte Übersetzungssysteme

Die Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt ordentlich um. Neue Technologien machen Kommunikation nicht nur schneller, sondern auch sicherer.

Deutschland hat die Chance, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten—warum also nur zuschauen?

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Leon Schröder
Leon Schröder

Leon ist im Vertrieb tätig und liebt Outdoor-Abenteuer. Er reist gerne durch Europa.